... ich habe meinen ersten Einkauf alleine, ohne fremde Hilfe getätigt! :-)
Und damit meine ich nicht an der Supermarktkasse, wo man nur Guten Tag sagt, heimlich auf die Kassen-Anzeige schielt und wortlos die Scheine rüberreicht.
Nein nein, ich habe mir ein Mittagessen gekauft, das klang ungefähr so: "ßtrassdwuitje, adin donär pascharlßta, na nje kartofil fri" was bedeutet, "Guten Tag, einen Döner bitte, aber ohne Pommes". (weiß der Himmel, warum die hier kalte Pommes in den Döner tun) Und dann konnte ich mit zeigen und rätseln noch klarmachen, dass ich keine Zwiebeln rein will und nix zu trinken dazu und schon trug ich stolz wie Oskar mein Mittagessen, bestehend aus Hühnchenfleisch mit bissl Gemüse und viel Ketchup eingewickelt in einen dünnen Fladen, in den Park und mampfte es auf.
Gar nicht so schwierig, im Nachhinein. Und alles für nur 1,75€.
Mal sehen, was ich als Nächstes bestelle...
PS: Ich vermisse Eure Kommentare! Wenn ich anfangs fälschlicherweise von "Gästebuch" gesprochen hab, meinte ich eigentlich nur die Kommentar-Funktion nach jedem Eintrag. Lasst mich von Zeit zu Zeit wissen, dass Ihr noch da seid :-)
Danke an Isa, Sarah und die Irre, Schwiegermutter & Schwiegerschwester, die das bereits getan haben! Es tut gut, zu sehen, dass meine Leiden und Freuden geteilt werden.
Mittwoch, 17. März 2010
Montag, 15. März 2010
Schneebilder
Obwohl sich bereits der Frühling ankündigt, hat es erneut geschneit und das nicht wenig. In der darauffolgenden Nacht ist es so eisekalt geworden, dass alles liegen geblieben ist und am Samstag dann wurde der ganze viele Schnee mit leuchtenden Sonnenstrahlen beschienen.
Also bin ich mit meiner "Gastfamilie" nochmal in die Berge gefahren und Heiko hat mir ein paar lohnenswerte Wanderwege gezeigt.

Dabei haben wir dieses plüschige Eichhörnchen getroffen:
Direkt neben dem Trampelpfad war der Schnee metertief. Das musste ich ausprobieren.
Schwung holen...
...und bis zum Hintern im Schnee versinken. Was für ein Spaß!
... nur das Wieder-raus-kommen war schwierig
Am nächsten Tag war das Wetter schon nicht mehr so herrlich, aber ich bin trotzdem losmarschiert. Von meiner Haustür aus am Kanal entlang immer Richtung Berge:
Und von oben hat man dann wie immer nix gesehen, weil die Stadt im Smog verschwindet. Hier gut zu erkennen an der grauen Schicht unter dem Himmel. Da drin versteckt sich die Stadt. Ein Schornstein schaut grad noch raus in der Bildmitte.
Auf meiner knapp 5stündigen Wanderung bin ich kaum jemandem begegnet, weil es nicht wirklich schön draußen war. Aber wenn, dann haben die Leute mich mit ihrem Auto mitnehmen wollen, weil sie es sich beim besten Willen nicht vorstellen konnten, dass jemand freiwillig und aus Spaß zu Fuß geht.
Grade beim Abstieg hab ich dann gemerkt, wie mit jedem Höhenmeter die Luft unangenehmer wurde. Zum Glück merkt man es nicht so, wenn man direkt drinsteckt in der Smog-Wolke.
Ansonsten hab ich hier so meine Hemmungen mit der Sprache, merke aber immer wieder, dass die Leute total freundlich reagieren, wenn sie merken, dass ich nicht Russisch spreche. Dann fragen sie, wo ich herkomme und wünschen mir irgendwas Gutes. Also eigentlich kein Grund, vor den Menschen Angst zu haben. Aber wie das nunmal so ist, wenn man sich nicht wie gewohnt gefeilt ausdrücken kann, sagt man lieber nix. Da muss ich noch an mir arbeiten.
Also bin ich mit meiner "Gastfamilie" nochmal in die Berge gefahren und Heiko hat mir ein paar lohnenswerte Wanderwege gezeigt.
Schwung holen...
Am nächsten Tag war das Wetter schon nicht mehr so herrlich, aber ich bin trotzdem losmarschiert. Von meiner Haustür aus am Kanal entlang immer Richtung Berge:
Grade beim Abstieg hab ich dann gemerkt, wie mit jedem Höhenmeter die Luft unangenehmer wurde. Zum Glück merkt man es nicht so, wenn man direkt drinsteckt in der Smog-Wolke.
Ansonsten hab ich hier so meine Hemmungen mit der Sprache, merke aber immer wieder, dass die Leute total freundlich reagieren, wenn sie merken, dass ich nicht Russisch spreche. Dann fragen sie, wo ich herkomme und wünschen mir irgendwas Gutes. Also eigentlich kein Grund, vor den Menschen Angst zu haben. Aber wie das nunmal so ist, wenn man sich nicht wie gewohnt gefeilt ausdrücken kann, sagt man lieber nix. Da muss ich noch an mir arbeiten.
Montag, 8. März 2010
Bergbilder
Bei so schönem Wetter am internationalen Frauentag ging's natürlich in die Berge. Von oben hat man einen schönen Blick auf das angeblich weltberühmte Eisstadion "Medeu" (ich hatte noch nicht davon gehört), wo diverse Rekorde aufgestellt wurden:
Hier hat man einen Ausblick auf das Skigebiet Chimbulak, wo angeblich der Präsident persönlich gerne mal seine Bögelchen zieht:
Familienausflug auf kasachisch: (mein erstes Pony, das ich hier sehe :-)
Und Chimbulak himself:
Wir entschieden uns, ein Picknick im Schnee an einer Schneeraupen-Kreuzung zu machen:
Und ich musste mir bei so viel Sonne gleich eine super-duper Sonnenbrille kaufen, sonst wär ich erblindet.
Sonntag, 7. März 2010
Mein Block
So, also hier wohn ich nun.
Mein Block:
Meine Fenster:
Und vor meinem Block führt dieser wunderschöne, teilweise befestigte Spazierweg am Almatiner Kanal entlang, der das Schmelzwasser aus den Bergen ableitet:
Den bin ich entlanggegangen, bis ich zu einer Art Wehr kam:
Südlich vom Wehr sieht es so aus: wild, unbebaut, ungepflegt
Und nördlich, Richtung Stadt, sieht es dann so aus:
Aber schon am nächsten Tag war das Wetter kaiserlich und ich hatte diesen Blick aus meinem Fenster...
...und das sind die Berge hinter meinem Haus
Mein Block:
Meine Fenster:
Und vor meinem Block führt dieser wunderschöne, teilweise befestigte Spazierweg am Almatiner Kanal entlang, der das Schmelzwasser aus den Bergen ableitet:Samstag, 6. März 2010
Meine Wohnung: Zwischen Hupen, Hunden, Muezzin
Meine Block liegt wie gesagt am „Mega-Center“, meine Wohnung allerdings geht zu einem Kanalbett raus, das im Frühling das Schmelzwasser aus den Bergen ableitet, jetzt allerdings fast leer ist. Und ringsrum ist eine parkähnliche Anlage, die jetzt im Winter grau, schlammig und ungepflegt aussieht. Auf jeden Fall sieht der befestigte Weg auf beiden Seiten des Kanalbettes aus wie eine schöne Joggingstrecke. Davor führt noch eine schmale Straße entlang, die ebenfalls zum Mega-Center führt. Mehr habe ich noch nicht erblicken können, weil wir seit 3 Tagen in so fettem Nebel stecken, dass ich manchmal keine 10Meter weit gucken kann.
Meine erste Nacht im neuen Zuhause gestaltete sich erwartungsgemäß unruhig. Ich weiß gar nicht, warum ich der Meinung war, im 18. Stock hört man nicht mehr viele Straßengeräusche. Da das Mega-Center auch Kinos und eine Bowlingbahn beherbergt, war auf der „kleinen Straße“ vor meinem Fenster fast die ganze Nacht lang Betrieb. Die Autos stehen hier Schlange, um wieder auf die Hauptstraße zu kommen und jeder ungeduldige Kasache setzt sich auf die Hupe. Also ist im Prinzip Tag und Nacht von verschiedensten Hupmelodien unterlegt. Hinzu kommt, dass hier die meisten Autos mit fernbedienter Alarmanlage ausgestattet sind, die ein freundliches Piep von sich geben, wenn sie ausgeschaltet werden und ein Piep-Piep, wenn sie eingeschaltet werden. Das ist hier der absolute Renner. Autos, die nicht piepen, wenn sich der Besitzer nähert, sind absolut in der Unterzahl. Was schon tagsüber absolut nervig ist, bringt einen nachts einem Mord nahe. Aber das Gepiepse war schnell vergessen, als der örtliche Streundende-Hunde-Klub seine Hauptversammlung in die nette Parkanlage am Kanal verlegte. Ich bin unzählige Male von Hundegebell wach geworden. Und zwar nicht nur von einem Hund, sondern es muss eine ganze Meute gewesen sein, die irgendwas auszudiskutieren hatten. Ich hab wenig Hoffnungen, dass dies nicht jede Nacht so sein wird…
Und als wenn das nicht alles schon störend genug war, wurde ich irgendwann in der Frühe von gar lieblichem Gesang geweckt, bei dem ich dachte, er käme aus der Nachbarwohnung. Aber nein, später, als sich der Nebel etwas verzogen hatte, habe ich das Minarett entdeckt, durch das weithin hörbar fromme, muslimische Botschaften verbreitet werden.
Das Innere der Wohnung stellt höchste Anforderungen an meine Putzkünste. Die Wohnung wurde seit dem Auszug der schwarzhaarigen Vormieterin offenbar nicht gereinigt. Ich erspare Euch die Details über den Verschmutzungsgrad von Wohnräumen in hygienisch flexiblen Bevölkerungsgruppen. Aber auch die kasachische „Mehr-schein-als-sein“-Mentalität ist wie überall zu finden. Die Dusche kann zwar 360Grad Wasser spritzen, aber wenn man drinsteht, knarkst sie, dass man Angst hat, der Boden bricht durch. Die Steckdosen kommen einem schon beim Angucken entgegen. Das Laminat wurde freizügig auf Lücke gelegt, die Fenster sind zwar doppelt verglast, schließen aber nicht richtig, die Einbauküche ist regelrecht zusammengeschissen, rechte Winkel und ebene Fläche schienen strikt zu vermeiden gewesen usw. Es ist unfassbar, dass diese Innenraumarbeiten irgendwann mal von einem Bauherren abgenommen wurden.
Meine Waschmaschine hab ich leider nicht zum Laufen gebracht, die zeigt eine Fehlermeldung, deren Hintergrund sich mir nicht erschließt. Und wie auch im Büro haben Heizungen grundsätzliche keine Regler. Man kann sie nur an oder aus machen. Dazwischen gibt es nichts. Schließlich kann man ja das Fenster aufmachen, wenn einem zu warm ist. Und genauso wird in Kasachstan auch die Innenraumtemperatur geregelt. Keiner hat auch nur den Hauch eines Zweifels daran, dass das richtig so ist.
Trotz allem bin ich froh, nicht im Hotel leben zu müssen. Ich werd mir meine Wohnung schon zurecht machen. Heute habe ich 3 Stunden geputzt. Jetzt ist es so langsam auszuhalten. Ich werde aber wohl weiterhin in meinem eigenen Schlafsack schlafen…
Meine erste Nacht im neuen Zuhause gestaltete sich erwartungsgemäß unruhig. Ich weiß gar nicht, warum ich der Meinung war, im 18. Stock hört man nicht mehr viele Straßengeräusche. Da das Mega-Center auch Kinos und eine Bowlingbahn beherbergt, war auf der „kleinen Straße“ vor meinem Fenster fast die ganze Nacht lang Betrieb. Die Autos stehen hier Schlange, um wieder auf die Hauptstraße zu kommen und jeder ungeduldige Kasache setzt sich auf die Hupe. Also ist im Prinzip Tag und Nacht von verschiedensten Hupmelodien unterlegt. Hinzu kommt, dass hier die meisten Autos mit fernbedienter Alarmanlage ausgestattet sind, die ein freundliches Piep von sich geben, wenn sie ausgeschaltet werden und ein Piep-Piep, wenn sie eingeschaltet werden. Das ist hier der absolute Renner. Autos, die nicht piepen, wenn sich der Besitzer nähert, sind absolut in der Unterzahl. Was schon tagsüber absolut nervig ist, bringt einen nachts einem Mord nahe. Aber das Gepiepse war schnell vergessen, als der örtliche Streundende-Hunde-Klub seine Hauptversammlung in die nette Parkanlage am Kanal verlegte. Ich bin unzählige Male von Hundegebell wach geworden. Und zwar nicht nur von einem Hund, sondern es muss eine ganze Meute gewesen sein, die irgendwas auszudiskutieren hatten. Ich hab wenig Hoffnungen, dass dies nicht jede Nacht so sein wird…
Und als wenn das nicht alles schon störend genug war, wurde ich irgendwann in der Frühe von gar lieblichem Gesang geweckt, bei dem ich dachte, er käme aus der Nachbarwohnung. Aber nein, später, als sich der Nebel etwas verzogen hatte, habe ich das Minarett entdeckt, durch das weithin hörbar fromme, muslimische Botschaften verbreitet werden.
Das Innere der Wohnung stellt höchste Anforderungen an meine Putzkünste. Die Wohnung wurde seit dem Auszug der schwarzhaarigen Vormieterin offenbar nicht gereinigt. Ich erspare Euch die Details über den Verschmutzungsgrad von Wohnräumen in hygienisch flexiblen Bevölkerungsgruppen. Aber auch die kasachische „Mehr-schein-als-sein“-Mentalität ist wie überall zu finden. Die Dusche kann zwar 360Grad Wasser spritzen, aber wenn man drinsteht, knarkst sie, dass man Angst hat, der Boden bricht durch. Die Steckdosen kommen einem schon beim Angucken entgegen. Das Laminat wurde freizügig auf Lücke gelegt, die Fenster sind zwar doppelt verglast, schließen aber nicht richtig, die Einbauküche ist regelrecht zusammengeschissen, rechte Winkel und ebene Fläche schienen strikt zu vermeiden gewesen usw. Es ist unfassbar, dass diese Innenraumarbeiten irgendwann mal von einem Bauherren abgenommen wurden.
Meine Waschmaschine hab ich leider nicht zum Laufen gebracht, die zeigt eine Fehlermeldung, deren Hintergrund sich mir nicht erschließt. Und wie auch im Büro haben Heizungen grundsätzliche keine Regler. Man kann sie nur an oder aus machen. Dazwischen gibt es nichts. Schließlich kann man ja das Fenster aufmachen, wenn einem zu warm ist. Und genauso wird in Kasachstan auch die Innenraumtemperatur geregelt. Keiner hat auch nur den Hauch eines Zweifels daran, dass das richtig so ist.
Trotz allem bin ich froh, nicht im Hotel leben zu müssen. Ich werd mir meine Wohnung schon zurecht machen. Heute habe ich 3 Stunden geputzt. Jetzt ist es so langsam auszuhalten. Ich werde aber wohl weiterhin in meinem eigenen Schlafsack schlafen…
Freitag, 5. März 2010
Meine erste Woche
Meine erste Woche in Almaty bestand im Wesentlichen aus Arbeiten, Wohnungsbesichtigungen und Schlafen. Morgens wurde ich von Heiko oder einem Taxi zur Arbeit gebracht (wobei Heiko die wesentlich zuverlässige Alternative ist, denn abends ein Taxi für 8:30Uhr am nächsten Morgen zu bestellen, heißt noch lange nicht, dass man vor 9Uhr weg kommt) und abends bin ich ins Hotel gelaufen. Diese 50Minuten straffer Fußmarsch sind meine einzige Bewegung gewesen. Der Weg führte die ganze Zeit an einer Hauptverkehrsstraße entlang und so wurde ich immer wieder Zeuge kasachischer Koordinationskünste im Straßenverkehr. Zum Einen sieht man hier zwar modernere Autos herumfahren, die Masse besteht allerdings aus Dreckschleudern, die allen möglichen Ländern aufgekauft werden. Oft sieht man die Werbung für ein deutsches Autohaus unter den Kennzeichen, manche haben ihr Lenkrad links, aber vor allem stoßen alle zusammen so viele Abgase aus, dass ich nach meinem Heimweg regelmäßig Kopfschmerzen hatte. Des Weiteren ist die Spurführung hier reine Interpretationssache. Egal, ob Linien aufgemalt sind oder nicht, es fahren immer so viele Autos nebeneinander, wie gerade Platz haben. Auch die Mittellinie darf dabei großzügig überfahren werden. Wer links abbiegen will und erst den Gegenverkehr durchlassen muss, darf sich auch gerne in Dreierreihen aufstellen und wer aus einer Nebenstraße in eine Hauptstraße einbiegt, darf auch gerne so weit vorfahren, dass der Verkehr in der einen Richtung warten muss, bis auch die andere Richtung frei wird und der freundliche Mitbürger die Hauptstraße wieder frei macht. Dazu gesellen sich ausdauernde Hupkonzerte. Geräusche, die in Deutschland einen mittelschweren Unfall ankündigen würden (Bremsenquietschen, durchdrehende Reifen, Hupen) gehören hier zum ganz normalen Feierabendverkehr. Alles in allem überzeugt mich dieses ganze Verkehrschaos jedes Mal erneut davon, hier kein Auto zu fahren. Hinzu kommt ja auch noch die bestechlichen Polizisten, die einen ohne Grund anhalten und einem eine undurchsichtige Strafe aufbrummen, die gerade so hoch ist wie das mitgeführte Bargeld. Nee nee, da geh ich wirklich lieber zu Fuß.
Im Büro ist es nicht weniger chaotisch. Ich will Euch nicht mit Insider-Details langweilen, aber die größte Hürde ist hier tatsächliche die kulturelle Diskrepanz. Hier gibt es eben keine selbständig-denkenden, lösungsorientiert-handelnden Mitarbeiter mit „Anpack-Mentalität“. Das macht mir das Leben ganz schön schwer. Zum Glück habe ich eine Praktikantin an der Hand, die für mich übersetzt. Aber das macht die Verhandlungen mit den Leuten noch anstrengender und es dauert doppelt so lange, wenn alles im Prinzip zweimal gesagt werden muss. Wenn mir etwas komisch vorkommt, frage ich, welche Bedeutung das hat. Darauf ernte ich dann immer Schulterzucken, denn keiner macht sich hier Gedanken, über einen tieferen Sinn. Sobald etwas unklar ist, wird es ignoriert. Diese Einstellung ist mein größter Stressfaktor. Auf der anderen Seite entpuppen sich die Probleme als relativ schnell lösbar. Es muss nämlich nur mal jemand MACHEN. Und somit sind es dann doch wieder leicht verdiente Lorbeeren.
Ja und die Wohnungsbesichtigungen entpuppten sich auch noch als Krampf. Meine Wohnungssuch-Assistentin Zhenja hat Anzeigen im Internet rausgesucht, dann ist sie mit zur Besichtigung gekommen, da ja außerhalb von Bayer erst recht keiner Englisch spricht. Die ersten beiden Wohnungen waren regelrechte Löcher. Da hab ich schon einen mächtigen Schreck bekommen. Aber zum Glück hat auch Zhenja diese als unwürdig empfunden und weitergesucht. Die nächste Wohnung war zwar niegelnagelneu und hübsch hergerichtet, es fehlten aber die ganzen Möbel und ohne die wollte ich dann doch nicht einziehen. Die 4. Wohnung ist es schließlich geworden. Nicht, weil sie so toll ist, sondern weil ich das Suchen satt hatte und eigentlich auch nicht ständig um 6 von der Arbeit abhauen konnte, um weitere Besichtigungen zu machen. Hier waren zumindest alle Möbel da und es war halbwegs modern. Der Weg zur Arbeit ist nicht wesentlich kürzer geworden, aber vor der Tür habe ich ein riesiges Einkaufszentrum, dessen Supermarkt 24h lang offen hat und das ist doch auch schon mal was.
Tja, was habe ich gegessen diese Woche? Nicht viel, manchmal fast gar nix, weil ich einfach nicht dazu gekommen bin. Immerhin hatte ich meine Äpfel und Bananen vom Markt noch. Mittags sind wir diese Woche 2mal in einem Restaurant gewesen, wo es das „Business Lunch“ für 800Tenge, also 4 Euro gibt. Dazu gibt es Salat, Vorsuppe, Hauptspeise und Nachtisch. Und da muss ich mal sagen, dass die hier ganz ausgezeichnete Eintöpfe zaubern können. Okay, das Hühnchen kommt immer zersprengt mit Knochen, das Gemüse hat braune Stellen, aber die Eintöpfe sind fantastisch! Also muss ich wohl doch nicht verhungern :-)
Im Büro ist es nicht weniger chaotisch. Ich will Euch nicht mit Insider-Details langweilen, aber die größte Hürde ist hier tatsächliche die kulturelle Diskrepanz. Hier gibt es eben keine selbständig-denkenden, lösungsorientiert-handelnden Mitarbeiter mit „Anpack-Mentalität“. Das macht mir das Leben ganz schön schwer. Zum Glück habe ich eine Praktikantin an der Hand, die für mich übersetzt. Aber das macht die Verhandlungen mit den Leuten noch anstrengender und es dauert doppelt so lange, wenn alles im Prinzip zweimal gesagt werden muss. Wenn mir etwas komisch vorkommt, frage ich, welche Bedeutung das hat. Darauf ernte ich dann immer Schulterzucken, denn keiner macht sich hier Gedanken, über einen tieferen Sinn. Sobald etwas unklar ist, wird es ignoriert. Diese Einstellung ist mein größter Stressfaktor. Auf der anderen Seite entpuppen sich die Probleme als relativ schnell lösbar. Es muss nämlich nur mal jemand MACHEN. Und somit sind es dann doch wieder leicht verdiente Lorbeeren.
Ja und die Wohnungsbesichtigungen entpuppten sich auch noch als Krampf. Meine Wohnungssuch-Assistentin Zhenja hat Anzeigen im Internet rausgesucht, dann ist sie mit zur Besichtigung gekommen, da ja außerhalb von Bayer erst recht keiner Englisch spricht. Die ersten beiden Wohnungen waren regelrechte Löcher. Da hab ich schon einen mächtigen Schreck bekommen. Aber zum Glück hat auch Zhenja diese als unwürdig empfunden und weitergesucht. Die nächste Wohnung war zwar niegelnagelneu und hübsch hergerichtet, es fehlten aber die ganzen Möbel und ohne die wollte ich dann doch nicht einziehen. Die 4. Wohnung ist es schließlich geworden. Nicht, weil sie so toll ist, sondern weil ich das Suchen satt hatte und eigentlich auch nicht ständig um 6 von der Arbeit abhauen konnte, um weitere Besichtigungen zu machen. Hier waren zumindest alle Möbel da und es war halbwegs modern. Der Weg zur Arbeit ist nicht wesentlich kürzer geworden, aber vor der Tür habe ich ein riesiges Einkaufszentrum, dessen Supermarkt 24h lang offen hat und das ist doch auch schon mal was.
Tja, was habe ich gegessen diese Woche? Nicht viel, manchmal fast gar nix, weil ich einfach nicht dazu gekommen bin. Immerhin hatte ich meine Äpfel und Bananen vom Markt noch. Mittags sind wir diese Woche 2mal in einem Restaurant gewesen, wo es das „Business Lunch“ für 800Tenge, also 4 Euro gibt. Dazu gibt es Salat, Vorsuppe, Hauptspeise und Nachtisch. Und da muss ich mal sagen, dass die hier ganz ausgezeichnete Eintöpfe zaubern können. Okay, das Hühnchen kommt immer zersprengt mit Knochen, das Gemüse hat braune Stellen, aber die Eintöpfe sind fantastisch! Also muss ich wohl doch nicht verhungern :-)
Montag, 1. März 2010
Stadtrundgang Teil 2
Nach einer miserablen Nacht, in der ich aufgrund von Jetlag und den vielen Eindrücken kaum geschlafen hatte, gelang es mir auch heute nicht, vor 12 aufzustehen. Beim Blick aus dem Fenster sah ich diesmal überhaupt keine Berge und so beschloss ich, meine für heute geplante Bergtour auch sein zu lassen und stattdessen einen zweiten Standrundgang am anderen Ende anzufangen. Nach Banane, Mandarinen und Mohnbrötchen zum Frühstück machte ich mich fröhlich beschwingt auf und musste sogleich feststellen, dass es über Nacht wieder Minusgrade geworden waren. Als erstes kam ich an einen Park, stell sich das mal einer vor. Mit richtigen Bäumen, Fußwegen und gepflegtem Rasen (naja, im Sommer bestimmt). Danach kam ich am Nationalmuseum und anderen wichtigen Gebäuden vorbei und alles sah ordentlich und geradezu majestätisch aus. Sie können also, wenn sie wollen. Weiter gings durch die Schicki-Micki-Bezirke mit den teuren Designer-Läden und auch hier waren die Gebäude zumindest mit einer ansprechenden Fassade ausgestattet. Da hier sonntags die Geschäfte ebenfalls geöffnet haben, waren wieder unzählige Autos unterwegs. Viele von ihnen haben auffällige Reifengeräusche, das klingt, als ob sie einen Platten haben oder auf Rollsplitt fahren. Wie ich mir später erklären ließ, lag das an den Spikes, kleinen Metallplättchen, die die an den Reifen haben, um auf ungeräumten, vereisten Straßen nicht auszurutschen. In Deutschland sind die wohl verboten, weil sie die Straße aufreißen, aber hier doch nicht.
Diesmal habe ich ein paar Bilder von den schönsten Ecken gemacht. Was nicht heißt, dass ich nicht wieder den unvermeidlichen Müllecken begegnet bin. Aber ich bin zuversichtlich und mit der Stadt versöhnt. Ich werde es mir hier schon gut gehen lassen.
Nationalmuseum:
Hotel Kasachstan:
Theater:
Prachtstraße:
Diesmal habe ich ein paar Bilder von den schönsten Ecken gemacht. Was nicht heißt, dass ich nicht wieder den unvermeidlichen Müllecken begegnet bin. Aber ich bin zuversichtlich und mit der Stadt versöhnt. Ich werde es mir hier schon gut gehen lassen.
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